Seit Jahrhunderten leben und arbeiten Menschen in der Gschwendtmühle, die erstmals im Jahr 1187 urkundlich erwähnt wurde. Hier sagen sich nicht nur Fuchs und Hase Gute Nacht, es treffen auch drei Gewässer aufeinander. Zwei Bäche von den umliegenden Hängen münden hier in den Kamp. Als meine Großeltern Johanna und Leonhard Müllner die Mühle im Jahr 1961 erwarben, war diese in einem sehr baufälligen Zustand. Über die Jahrzehnte wurde renoviert und saniert, ein paar Nebengebäude dazu gebaut und das Dach angehoben. Es wurde eine zentrale Stückholzheizung installiert und die „Schmittn“ (ehemalige Schmiede), an der früher das Mühlrad angebracht war, für Wohnzwecke adaptiert.

Auszug aus dem Buch „Mühlen am Kamp“ von Friedrich Weber:
Die Mühle wurde bereits 1898 aufgelassen und die Gebäude für Wohnzwecke adaptiert. Hadmar von Kuenring schenkte vor 1208 dem Kloster Zwettl eine Mühle in „Geschwente“. Das Rentenbuch des Stift Zwettl (1329) verzeichnet in „Geswente“ – zwei Höfe und eine Mühle. Die Gschwendtmühle wird in einer Urkunde des Stiftes Zwettl bereits 1187 erwähnt. Der Ort Gschwendt dürfte kaum viel älter sein. Der Name Gschwendt bezeichnet eine Rodungsart, bei der die Bäume unten abgeschält wurden, sodass keine neuen Triebe mehr entstanden und die Bäume abstarben. Diese Form der Urbarmachung wurde schwenden genannt (vlg. Allentsgschwendt, Äpfelgschwendt). Das Gebiet um Gschwendt wurde wahrscheinlich um 1100 von den Kuenringern gerodet. Zur gleichen Zeit, als das Stift Zwettl die Schwarzmühle erhielt, schenkte Hadmar II. von Kuenring das Dorf Gschwendt (mit der Gschwendtmühle) dem Stift Heiligenkreuz. Papst Innozenz bestätigte 1210 diese Schenkung. 1530 verkaufte Abt Johann von Heiligenkreuz dem Abt Erasmus von Zwettl für ewige Zeiten nebst anderen Orten das Dorf Gschwendt, das bis 1848 im Besitz des Stiftes Zwettl verblieb. Im 1. Meisterbuch scheint um 1660 Anton Rasinger auf. Nachher folgen die Famliennamen Plauensteiner, Krenn (1697), Hoffinger (1712) und Bauer (1716). Im 2. Meisterbuch sind folgende Familiennamen eingetragen: Haider (1749), Diringer (1745), Schrabauer (1782) und nochmals Schrabauer (Sohn – 1820). Im 3. Meisterbuch scheinen Johann Schrabauer (1823) und Leopold Kastner (1839) als Besitzer und Meister auf. Im Grundbuch sind 1876 Jakob und Agnes Kastner als Besitzer eingetragen. 1916 erwarb die Zwettler Elektrizitätsgenossenschaft (ZEG) die Mühle und verwendete das Wehr für das neue E-Werk. 1917 verkaufte die ZEG die Mühle und verwendete das Wohngebäude der Mühle an Adolf und Eleonora Schedlmayer. Danach folgten 1931 Johann Raab, 1962 Leonhard und Johanna Müllner und seit 1980 war Brigitte Müllner die Besitzerin des Wohngebäudes der ehemaligen Mühle.

Seit 2014 ist die Mühle im Besitz von Korinna Neulinger.
